Mittwoch, Oktober 18, 2006

60 cent Studiengebühren

Endlich bin ich Student! Ich bin in Geschichtswissenschaften (Nebenfach Wirtschaftswissenschaften) an der Uni Bielefeld eingeschrieben. Doch bis dahin war es ein langer und steiniger Weg. Ich habe gleich zu Beginn die Schwierigkeiten der Bürokratie erlebt. Doch von Anfang an:

Vier Wochen vor dem Beginn des Semesters habe ich meinen Überweisungsbescheid von der Uni bekommen. Ich zähle zu den ersten Studenten, die die vollen Studiengebühren bezahlen müssen. Das sind einmal die neuen 500€ und nochmal 150€ Semesterbeitrag, den jeder zahlen muss und den es auch schon immer gab. Macht zusammen 650€ pro Semester für mich. Das allein ist ja schon eine Zumutung, aber ich will trotzdem studieren und habe sofort bezahlt. Ich wusste, dass die an der Uni wohl viel zu tun haben, deswegen rechnete ich mit einer langen Wartezeit bis ich meinen Studentenausweis bekomme. Also wartete ich eine Woche, zwei Wochen, drei Wochen -langsam wurde ich nervös- und vier Wochen. Das Semester würde eine Woche später anfangen und ich hatte immer noch keinen Studentenausweis. Also bin ich mal hin zum Studierendensekretariat.

Dort musste ein Mitarbeiter nur Schnell meinen Namen eintippen und konnte sofort das Problem sehen: "Herr Wojtczak, Sie haben 60 cent zu wenig überwiesen. Die Studiengebühren sind 650,60 €. Sie müssen die 60ct entweder nach überweisen oder aber Bar an der Uni-Kasse bezahlen." Die Uni Kasse hatte natürlich bereits geschlossen, also musste ich am nächsten Tag wieder kommen, die 60ct bezahlen, die Quittung für die 60ct holen und damit wieder ins Studierendensekretariat gehen. Doch selbst dann konnte ich meinen Ausweis nicht bekommen: "Das dauert... erst muss die Kasse eine Datei runterschicken, dann wird das automatisch vom Computer bearbeitet und dann können wir es ausdrucken und losschicken.". Puh... Also musste ich nochmal eine Woche warten (meine Einführungsverantstaltungen waren bereits angelaufen) bis ich endlich meinen Studentenausweis bekommen habe.

Was mich stört, ist nicht unbedingt das die wegen 60ct (von 650€!!!) keinen Finger gerührt haben. Es sind eben Bürokraten, die sind wie Computer, nicht wie Menschen. Aber was mich nervt ist, dass mir keiner Bescheid sagen konnte. Ich habe zweimal meine Telefonnummer und meine e-mail Adresse hinterlassen. Meine Post-Adresse haben die natürlich sowieso (bin auch in den vier Wochen mit mehreren unwichtigen Briefen zugebombt worden). Aber können die mal eben Bescheid sagen? Nein! Lieber einfach nichts machen, so lange keiner sich meldet einfach nichts tun.

Naja, das war mein etwas holpriger Start ins Studium. Aber ich werde mit diesen Leuten so schnell nichts mehr zu tun haben. Und in Zukunft werde ich auch die 60ct Studiengebühren überweisen. Versprochen :-)

Freitag, Mai 26, 2006

US-Senat verabschiedet neues Einwanderungsrecht

Der US-Senat hat heute eine Gesetzesnovelle beschlossen, die das Immigrationsrecht in den USA reformieren soll.

Der Beschluss sieht unter anderem vor, dass die Grenzkontrollen zu Mexiko verschärft werden sollen, um weitere illegale Immigration zu verhindern. Gleichzeitig soll es bereits in den USA lebenden illegalen Immigranten leichter gemacht werden die US-Staatsbürgerschaft zu erlangen. Der von beiden Parteien unterstützte Gesetzesentwurf wurde mit einer Mehrheit von 62 zu 36 Stimmen angenommen.

Bevor das Gesetzt jedoch in Kraft treten kann, muss es mit einem ähnlichen Gesetzesentwurf des Repräsentantenhauses in Einklang gebracht werden. Dieser Entwurf ist um einiges schärfer und fordert die Einstufung der illegalen Immigration als Kapitalverbrechen, für das auch die Kinder der Einwanderer bestraft werden können. Fraglich ist, ob noch vor den Wahlen für das Repräsentantenhaus im November eine Entscheidung in dieser Angelegenheit erwartet werden darf.

Quellen: Reuters.de

Donnerstag, Mai 25, 2006

Bundespräsident Köhler auf DGB-Kongress

Diese Woche fand in Berlin der Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) statt. Überraschenderweise wurde die Eröffnungsrede nicht von einem SPD-Politiker oder einem hohen Gewerkschaftsfunktionär gehalten, sondern von Bundespräsident Horst Köhler (CDU), der nicht gerade ein Kind der Arbeiterbewegung ist.

Kaum überraschend war jedoch der Inhalt der Rede. Köhler mahnte eine "Vorfahrt für Arbeit". Jedes politische Bestreben solle sich darauf konzentrieren Arbeitsplätze zu schaffen. Dies solle Vorrang vor allen anderen Initiativen haben "[...] sei es noch so wünschenswert.", so der Bundespräsident. Gleichzeitig kritisiert Köhler die Bundesregierung dafür, dass sie dieses Ziel nicht konsequent genug verfolgt. Von den Mehreinnahmen, durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 3 Prozentpunkte, gehe nur ein Bruchteil in die Senkung der Lohnnebenkosten. Und die Senkung der Lohnnebenkosten sei essentiell für die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Köhlers Ziel, und damit vertritt er den Standpunkt der konservativen Wirtschafts-Elite, ist die komplette Abkopplung des Sozialsystems vom Arbeitslohn und hin zu einer auf Steuern basierten Finanzierung. Zurzeit zahlt ein Arbeitgeber für jeden Beschäftigten Lohnnebenkosten. Und diese sind nicht gerade niedrig. Von 100€ Direktentgelt entfallen 77,90€ auf Lohnkosten (Im Osten 66,20€). Den größten Anteil machen dabei die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, mit 27,60€ im Westen und 28,10€ im Osten, aus. Es kommen aber noch Kosten für die betriebliche Altersversorgung, Urlaubsgeld, bezahlte Feiertage, Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, Vermögensbildung, Gratifikationen und mehr hinzu.

Die Lohnnebenkosten, die der Arbeitgeber trägt sind beträchtlich, aber auch nötig. Wie man sieht hängen gleich ein halbes Dutzend sozialer Errungenschaften daran. Die Sozialversicherungen, die aus Krankenversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung bestehen, bilden dabei den größten Teil. All das durch Steuergelder zu bezahlen, müsste bedeuten, dass die Steuern in Deutschland um noch mehr steigen müssen als bisher. Wer sich über die Mehrwertsteuer von 19% schon ärgert, der sollte erst Mehrwertsteuern von 40% sehen, die so ein System erfordern würde. Im Grunde würde dieses System dann genau einen Gewinner und einen Verlierer haben. Die Arbeitgeber wären die Gewinner, denn sie sparen ca. 60% auf jeden Euro Gehalt, den sie einem Angestellten geben. Die Arbeitnehmer hingegen sind die Verlierer. Denn sie müssen, selbst wenn ihre Bosse netterweise ihre Gehälter um 60% erhöhen, für jeden alltäglichen Einkauf viel mehr bezahlen.

Man kann verstehen, warum Köhler für seine Rede vor dem DGB nur verhaltenen Applaus bekommen hat. Dass ein Bundespräsident in einer Rede vor Deutschlands größter Interessenvertretung von Arbeitnehmern solche Positionen vertritt, wirft die Frage auf ob Herr Köhler der Bundespräsident aller Deutschen sein möchte, oder nur der oberen 10 Tausend.

Quellen: Reuters.de, bpb pocket - Wirtschaft in Europa (2003)

Mittwoch, Juni 22, 2005

Game Classics: Die Final Fantasy Reihe (Pt. 2)

Final Fantasy III (JP 1990) - NES


Genau wie der zweite Teil, ist auch FF III im Original nie außerhalb Japans erschienen. Das ich trotzdem das Glück haben konnte auch diesen Teil zu spielen, liegt einzig und allein an der heutigen Möglichkeiten diese alten Spiele selber zu übersetzen. Jemand hat dies getan und die Übersetzung als download angeboten. So konnte ich diesen Teil spielen. Die Story ist schnell erzählt: 4 Waisenkinder machen sich auf um einen Erdkristall zu finden. Als sie diesen finden offenbart sich ihnen ihre Bestimmung... Das Spielsystem wurde wieder mehr dem ersten Final Fantasy angeglichen, nachdem man mit dem neuen System von FF II (mit dem steigern einzelner Charakterwerte anstelle des Auflevelns) viele Beschwerden der Spieler geerntet hat. Man kann jetzt wieder ganz normal Level aufsteigen. Jedoch ist es möglich während des Spiels seine Klasse zu wechseln. War man bisher (und auch in späteren Spielen) an eine bestimmte Klasse gebunden, konnte man bei FF III die Klasse während des Spiels ändern. So konnte man aus seinem Kämpfer kurzerhand einen Zauberer machen, wenn zum Beispiel die Monster gegen körperliche Angriffe immun waren. Zurzeit werkelt SquareEnix an der Umsetzung dieses Teils für den Nintendo DS, so dass endlich jeder in den Genuss dieses Spiels kommen kann.

Final Fantasy IV (JP, NA 1991) - SNES


Endlich hat es wieder ein Final Fantasy Teil auf dem amerikanischen und europäischen Markt geschafft. Da dies der erste neue FF Teil seit Final Fantasy I war, wurde dieser Teil in den USA und Europa Final Fantasy 2 genannt. Dies sorgte natürlich für reichlich Verwirrung. Wir behalten dies im Hinterkopf, aber bleiben trotzdem bei der japanischen Zählung, nach der dies der vierte Teil der FF Serie ist. Mit diesem Teil begann die klassische Ära der Rollenspiele. So wie FF IV werden fast bis heute die Rollenspiele gemacht. Die Story ist erstklassig: Man schlüpft in die Rolle von Cecil, der im Auftrag seiner Majestät Kristalle beschaffen muss. Dass er dabei unschuldige Menschen töten muss und dies vom König auch noch gewollt ist, stößt Cecil sauer auf. Er entscheidet sich den König darauf anzusprechen warum man den unschuldigen Menschen die Kristalle stehlen muss. Daraufhin wird Cecil degradiert und auf eine Mission geschickt, von der er eigentlich nicht mehr zurückkehren soll. Eigentlich... So beginnt diese epische Story in deren Verlauf aus dem bösen, schwarzen Ritter Cecil ein weißer Paladin wird, der das Böse bekämpft. Das Spielsystem ändert sich wieder ein bisschen und ist in der Form richtungweisend für die nachfolgenden Rollenspiele. Statt wie bisher, im Kampf, nach und nach, ohne Zeitdruck, seine Aktionen durchzuführen, wurde das Active Time Battle (ATB) System eingeführt: Jeder Charakter hat eine Anzeige, die sich mit der Zeit langsam (oder auch schneller) füllt. Ist die Anzeige voll, so darf man eine Aktion durchführen. Auch wenn man nichts macht geht die Zeit weiter, so dass Gegner weiterhin angreifen, selbst wenn man selber noch gar nichts gemacht hat. Dieses System bringt eine frische Dynamik in die Kämpfe, ohne das geordnete, rundenbasierte Verfahren ganz zu verwerfen. Das Spiel wurde auf der PlayStation noch zweimal recycelt, einmal in der Final Fantasy Chronicles (2001) Box mit Chrono Trigger und noch mal 2002 in der Final Fantasy Anthology.

Montag, Juni 20, 2005

Game Classics: Die Final Fantasy Reihe (Pt. 1)

Keine andere Spielereihe hat so lange überlebt wie Final Fantasy. Als der erste Final Fantasy Teil 1987 in Japan (1990 USA & Europa) erschienen ist, hätte wohl niemand gedacht, dass es fast 20 Jahre später die Serie immer noch gibt und bald Final Fantasy XII erscheinen wird. Denn als der erste Teil erschienen ist, war der Entwickler SquareSoft kurz vor der Pleite. Mit allerletzter Kraft wurde das Spiel auf den Markt gebracht und hat einen Hype ausgelöst, der bis heute anhält. Grund genug sich einmal die einzelnen Teile dieser Serie anzuschauen um den Erfolg dieser Serie verstehen zu lernen.

Final Fantasy (Japan 1987, Nordamerika 1990) - NES


Mit diesem Teil fing alles an und die Story und das Gameplay haben den Standard für zukünftige Rollenspiele festgelegt. In Final Fantasy spielt man eine Gruppe von 4 Abenteurern. Jeder von ihnen hat bestimmte Fähigkeiten. So ist einer ein starker Schwertkämpfer, während ein anderer lieber mit Zaubersprüchen und Feuerbällen hantiert. Die Story war für 1987 ok, aber heute könnte man nur noch über die Einfachheit lachen. Deine Gruppe gehört zu den sagenumwobenen Kämpfern des Lichts, denen das Schicksal aufgetragen hat die 4 Kristalle (welche die 4 Elemente repräsentieren) wieder zu finden und somit das Chaos auf der Welt zu beenden. Während der Reise kämpft man häufig. Das Kampfsystem ist das von Square immer wieder benutzte rundenbasierte System, in dem die Charaktere und Monster nacheinander angreifen oder sich heilen oder eine andere Aktion vollführen. Dieses Spiel wurde noch zweimal wieder veröffentlich und zwar zusammen mit Final Fantasy (FF) II auf der PlayStation (Final Fantasy Origins - 2003) und auf dem GameBoy Advance (Final Fantasy: Dawn of Souls - 2004).

Final Fantasy II (JP 1988) - NES


Die Story von FF II ist bereits um einiges besser gewesen als die von ersten Teil. Das böse Imperium will die ganze Welt erobern und schafft dies auch. Die ganze Welt? Nein ein kleines Dorf südlich von Fynn hält wacker den Angriffen stand. Der Spieler wird Mitglied der Rebellen und versucht nach und nach den bösen Imperator zu besiegen. So muss beispielsweise die Geheimwaffe des Imperiums vernichtet werden um danach die alten Königreiche zurückzuerobern. Die Charaktere auf die man im Spiel trifft haben endlich mehr zu sagen und es kommt eine wirkliche Tiefe ins Spiel hinein. Das Kampfsystem hat sich überraschenderweise komplett verändert. Es ist weiterhin rundebasiert. Bisher war es so, dass man nach jedem Kampf Erfahrungspunkt bekommen hat. Hatte man genug gesammelt stieg man automatisch einen Level auf und wurde stärker, schneller, etc. Bei FF II richtete sich das Spiel nach dem Spieler. Wenn man mit einem Charakter immer per Schwert den Gegnern die Köpfe spaltete, dann wurde der Charakter besser im Umgang mit dem Schwert. Benutzte man häufig einen Heil-Zauberspruch so wurde der mit der Zeit stärker. Ein ausgeklügeltes und realistisches System, dass jedoch in der Praxis dazu führte, dass man immer relativ schwach war, im Vergleich zu den Gegnern. Dieses Spiel wurde noch zweimal wieder veröffentlich und zwar zusammen mit Final Fantasy auf der PlayStation (Final Fantasy Origins - 2003) und auf dem GameBoy Advance (Final Fantasy: Dawn of Souls - 2004).

So, das war es fürs erste. Besucht meine Seite wieder, wenn ich diese Reihe mit FF III und IV fortsetze.

Sonntag, Mai 29, 2005

PS3 vs Xbox 360

Jedes Jahr im Mai werden die Größen der Videospielindustrie nach Kalifornien geladen um sich auf der Messe "E3" (Electronic Entertainment Expo) selbst zu feiern und Neuheiten für den kommenden Herbst zu promoten. Dieses Jahr stand die E3 ganz im Licht der neuen Konsolengeneration, die Sony und Microsoft einem staunenden Publikum vorgestellt haben. Während Nintendo mit seiner Revolution noch etwas auf sich warten lässt, beginnt jetzt die Zeit in der man entscheidet was besser ist: Microsofts Xbox Aufguss Xbox 360 oder Sonys neue Geburt der Playstation 3.

Bevor wir aber mit dem ausloten der beiden neuen Konsolen beginnen möchte ich erst einen Blick auf die zukünftige Vergangenheit richten: die heutigen Konsolen. Zurzeit besteht der Markt hauptsächlich aus den Konsolen: Xbox, Playstation 2 und GameCube. Der Videospiele Markt war eigentlich immer ein Markt auf dem sich nur die Japaner ausgetobt haben. Als ich früher noch Videospiele gespielt habe, Anfang der 90er, gab es eigentlich nur zwei Firmen: Nintendo und Sega. Beide Japanisch. Dann kam Ende der 90er Sony mit einer neuen Konsole auf den Markt, der PlayStation, und revolutionierte über Nacht den Videospiele Markt. Auch Sony ist Japanisch. Nachdem dann Sony mit seiner PS2 nachgelegt hatte und sich als dominierender Faktor breit machte, haben plötzlich in den USA Leute Lust bekommen eine Konsole zu entwickeln. Microsofts Xbox war geboren und tritt gegen die PS2 an.

Da die Xbox später erschienen war konnte sie bereits von neuen technischen Entwicklungen profitieren, so dass sie von der Leistung her der PS2 weit überlegen war. Alles perfekt also um Sony zu zermalmen, oder? Falsch gedacht. Denn Microsoft war nun mal nicht Japanisch. Und außerhalb von Japan gab es nur wenige die lieber für eine Konsole als für einen PC Spiele entwickelten. Und die Japanischen Entwickler sahen es gar nicht ein für die imperialistischen Hunde aus den USA Spiele zu produzieren. Die Xbox wurde so rasch zu einer Konsole, die zwar technisch der Konkurrenz überlegen war, jedoch den Makel des Nicht-Japanischen an sich trug und so kaum innovative und interessante Spiele für die Xbox erschienen.

In der neuen Generation von Xbox 360 und PS3 sieht es anders aus. Technisch gesehen sind Beide gleichauf. Welche Konsole besser ist entscheidet sich also an den Spielen und am Drumherum. Microsoft setzt auf das Drumherum. Durch ein noch aufgebohrteres Xbox Live (ein kostenpflichtiger Dienst von Microsoft den man braucht um Xbox Spiele online, gegen andere, zu spielen) soll Spaß verbreitet und Geld eingenommen werden. Außerdem wird als überragende Errungenschaft angepriesen, dass man jedes Spiel individualisieren kann. Bei Rennspielen dem Auto ein cooles Tuning verpassen war Gestern.

Wie wäre es wenn ihr eurem Fable-Charakter ein komplett individuelles Tattoo verpassen könntet? Oder bei Dead Or Alive mit einem völlig einzigartigen Charakter kämpfen könntet? Das ist doch mal eine tolle Idee. Anstatt einfach nur vernünftige Spiele zu spielen, darf ich in Zukunft die Barthaarlänge meines Charakters komplett selbst einstellen. Juhu. Habe ich übrigens schon erwähnt, dass dies nicht etwas ein kostenloses Feature sein wird, sondern das ihr alles bezahlen müsst? Ihr zahl dafür, dass ihr in eurem Spiel sinnlose Sachen verwenden könnt, ihr zahl dafür das ihr online spiele dürft und ihr zahl natürlich auch noch für die Spiele voraussichtlich mehr als jetzt.

Und was macht die PS3? Dort wird kostenfrei online gespielt, dort kann ich nicht nutzlose Veränderungen wie die Naht der Jeans einstellen, dort wird Wert auf qualitativ hochwertige Spiele gelegt. Ich bin von der Xbox 360 schwer enttäuscht. Nach allem was ich bisher weiß ist die darauf ausgelegt die Spieler zu melken, ihnen jeden Cent aus der Tasche zu saugen, auch nachdem sie schon das Spiel gekauft haben. Die PS3 hingegen bietet gute Grafik und gute Spiele ohne teures Brimborium.

Nachdem ich, als Xbox Besitzer, lange von der Überlegenheit der Microsoftschen Kreation überzeugt war und alle PS2 Fans verteufelt habe, stößt es mit bitter auf, dass ich die Xbox 360 überhaupt nichts Positives abgewinnen kann. Für mich hat die PS3 den Kampf um Längen gewonnen und ich würde mir auch eine PS3 holen, sobald ich das Geld habe. Bleibt nur abzuwarten, wann die Konsolen erscheinen, und was man bis dahin noch so erfährt. Ich halte euch derweil auf dem Laufenden mit anderen, unwichtigeren Sachen, wie etwa der Landtagswahl in NRW und den bevorstehenden Neuwahlen.

Glückauf, Genossen!

Freitag, April 29, 2005

Die Kapitalismuskritik und ihre Folgen

Es vergeht zurzeit kein Tag, ohne dass irgendwer sich zu der von SPD-Parteichef Franz Müntefering angestoßenen Kritik des Kapitalismus hier in Deutschland äußert. Dies ist offensichtlich ein Thema, dass genau den Zeitgeist vieler Menschen getroffen hat.

Zunächst einmal zu Münteferings Aussagen: "Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten", sagte Müntefering. "Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter. So etwas deprimiert die Menschen und raubt ihnen das Vertrauen in die Demokratie." Konkret kritisiert Müntefering das Verhalten von dem Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Der hatte Anfang des Jahres Rekordgewinne der Deutschen Bank bekannt gegeben und gleichzeitig angekündigt 6400 Mitarbeiter zu entlassen.

Kapitalismus und Marktwirtschaft sind gute Sachen. Firmen müssen Gewinne erzielen. Diese Gewinne sollen den Angestellten zugute kommen und somit der Allgemeinheit. Das ist die Aufgabe von Unternehmen. Aber das funktioniert bei manchen Unternehmern nicht. Manche machen dicke Gewinne, aber geben das nicht nach unten weiter. Sie erhöhen ihre eigenen Gehälter, entlassen die Leute, ziehen ins Ausland. Alles nur um den eigenen Aktienwert zu erhöhen, damit die Aktionäre zufrieden sind. Denn die Aktionäre haben Macht über die Unternehmen, während der Staat und die Bürger Machtlos sind. Dies muss sich ändern, damit Unternehmen in Deutschland wieder ihre Aufgabe zum Wohle der Allgemeinheit übernehmen. Deswegen ist die Kritik am, und die Diskussion über den Kapitalismus in Deutschland wichtig und richtig.

Kommen wir nun zur Kritik an der Kritik. Was sagen die, die anderer Meinung sein müssen. Zunächst die CDU-Parteichefin Angela Merkel. Sie sagt, diese ganze Kritik sei nur ein Ablenkungsmanöver der Regierung und dient nur um vor der Landtagswahl in NRW Wahlkampf zu machen. Nun, dagegen sage ich: Franz Müntefering ist NICHT in der Regierung. Und innerhalb der CDU haben sich schon Leute zu Wort gemeldet, die Münteferings Kritik zustimmen, wie CDU-Vize Horst Seehofer. Es zeigt sich, dass es innerhalb der CDU eine tiefe Spaltung zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberflügel gibt. Merkel sagt nichts direkt zum Thema, sie sagt nur dass es Wahlkampftaktik ist. In Wirklichkeit versucht sie nämlich das Thema bis nach der Landtagswahl auszusitzen, da sich in der CDU eine Krise anbahnt. Wenn zu dem Thema Kapitalismuskritik wirklich Politik gemacht wird, dann könnten innerhalb der CDU Konflikte entstehen. Das wird der CDU das Genick brechen.

Zuletzt kommen wir zu den Arbeitgebern, zu den dicken Bossen. Die müssen ja auch dagegen sein. Der Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagt: "Ich finde es zum Kotzen, was derzeit in dieser Republik abläuft.“ Der Chef der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland Lutz Raettig sagt: "Jedes multinationale Unternehmen hat sehr viel Optionen, um zu investieren. Herr Müntefering hat die Option Deutschland nicht gerade attraktiver gemacht.“ Weil Müntefering die dicken Bosse also "Heuschrecken" genannt hat, soll das mögliche Investoren abschrecken. Ausländische Investoren, die mit Milliarden-Beträgen jonglieren, müssen klar entscheiden wo sie investieren. Sie müssen sich Fakten angucken, Wirtschaftsprognosen, Standortvorteile, Arbeitskräfteangebot, etc. Wenn sie in Deutschland ein Unternehmen finden, dass es Wert ist, dass man da investiert, weil es ein Unternehmen ist, dessen Struktur gewinnträchtig ist, dann werden die doch nicht sagen: "Wir verzichten auf unseren Gewinn, unsere Rendite bei der Investition, weil ein Mann (der NICHT in der Regierung ist) uns Heuschrecken genannt hat". Natürlich werden die trotzdem investieren, wenn es eine Aussicht auf Gewinn gibt.

Außerdem ist Deutschland nicht so sehr abhängig von ausländischen Investitionen. Wie Raettig gesagt hat, die Unternehmen können auch in Polen oder in Ungarn oder sonst wo investieren. Also warum sollten die hier in Deutschland ein Werk, eine Fabrik, errichten wo 8000 Arbeitsplätze geschaffen werden? Die gehen damit zu den Ländern, die günstigere Arbeitskräfte haben, "Heuschrecken" hin oder her. Hier in Deutschland investieren die in die großen Unternehmen, die dann zum Dank 6400 Angestellte entlassen, weil der Gewinn im letzten Quartal so hoch war. Hä? Wie kann man das noch verstehen, diese Logik? Ausländische Investoren werden uns auch nicht helfen 5 Millionen Arbeitsplätze zu schaffen, egal ob sie "Heuschrecken" genannt werden oder nicht. Diese ausländischen Anleger sind eher ein Problem, als ein Segen.

Also, es zeigt sich das die Zeit Reif ist für eine Überarbeitung der deutschen Marktwirtschaft. Ihre Erschaffer hatten davon geträumt, dass es eben nicht eine freie Marktwirtschaft wird, wo jeder gegen jeden und die großen gegen die kleinen kämpfen. Man träumte von einer gerechten Gesellschaft, wo Unternehmen zum Wohle ihrer Angestellten, aus eigenem Interesse an Profit, agieren. Deswegen steht im Grundgesetz, bei den Grundrechten ganz vorne, unter Artikel 14 Absatz 2: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Dort wollen wir wieder hin.